7/22/2026

Vorfahrt für Transformation

Vorfahrt für Transformation: Mehr Schrottlager, mehr Recycling, mehr CO2-Einsparung im Rheinwerk.
  • Speira treibt Umbau des Rheinwerks in Neuss voran
  • Vom Primärmetall zur Kreislaufwirtschaft

Drei Jahre nach der Entscheidung, die Primäraluminium-Produktion zunächst herunterzufahren, nimmt die Neuausrichtung sichtbar Gestalt an. Der Aluminiumwalzer und -recycler Speira hat die angekündigten Investitionen in den Ausbau seiner Recyclingaktivitäten umgesetzt und entwickelt das Rheinwerk in Neuss zu einem der führenden Aluminiumrecycling-Standorte Europas. 

Rund 40 Millionen Euro hat Speira in einen neuen vierten Recyclingofen investiert, der im Herbst in Betrieb gehen soll. Darüber hinaus investiert das Unternehmen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in den Rückbau und die Neuentwicklung der Flächen der ehemaligen Aluminiumhütte. Finanziert werden die Maßnahmen vollständig aus eigenen Mitteln des Unternehmens. 

Vom Primärmetall zur Kreislaufwirtschaft 

Mit dem vollständigen Herunterfahren der Elektrolyse hat Speira die Weichen für einen grundlegenden Wandel im Rheinwerk gestellt. Statt energieintensiver Primärerzeugung setzt das Unternehmen nun konsequent auf das Recycling von Aluminium und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft. 

Ein zentraler Baustein dieser Neuausrichtung ist der neue vierte Recyclingofen. Dort werden künftig Aluminiumschrotte eingeschmolzen, die nach ihrer Weiterverarbeitung unter anderem in Getränkedosen zum Einsatz kommen. Mit der Inbetriebnahme des Ofens erhöht Speira seine Recyclingkapazität weiter. Die Herstellung von Aluminium aus recyceltem Material benötigt rund 95 Prozent weniger Energie, als für die Produktion von Primäraluminium erforderlich ist. Entsprechend werden erhebliche Mengen an CO₂-Emissionen eingespart. 

„Vor drei Jahren haben wir die Weiterentwicklung des Rheinwerks zu einem europäischen Recycling-Hub angekündigt. Heute sind diese Pläne Realität. Mit dem neuen Recyclingofen erweitern wir unsere Kapazitäten für den wachsenden Bedarf an recyceltem Aluminium und halten noch mehr von dem wertvollen Werkstoff im Kreislauf“, erklärt Boris Kurth, verantwortlich für das Getränkedosengeschäft von Speira sowie das Rheinwerk. 

Aus Rückbau wird Zukunft 

Ein sichtbares Zeichen der Transformation ist in den rund 300 Meter langen alten Elektrolysehallen bereits umgesetzt: Ein Drittel der ehemaligen Hüttenflächen wurde zu einem modernen Schrottlager umgebaut. Dort werden eingehende Schrotte beprobt, sortiert und für das Einschmelzen vorbereitet. Im Fokus stehen insbesondere sogenannte Post-Consumer-Schrotte – Aluminium, das einen vollständigen Lebenszyklus durchlaufen hat und erneut in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt wird. Die neuen Lagerkapazitäten sichern die Versorgung aller Recyclingöfen am Standort. 

Parallel zum Ausbau der Recyclingaktivitäten treibt Speira die Neugestaltung der übrigen ehemaligen Primärproduktionsflächen weiter voran. In den kommenden Wochen startet das Unternehmen mit dem Rückbau weiterer Bereiche und investiert dafür einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Damit schafft Speira die Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Geländes. Wo früher Primäraluminium produziert wurde, entstehen neue Möglichkeiten. 

„Mit dem Rückbau nehmen wir die Zukunft der ehemaligen Hüttenflächen selbst in die Hand. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für neue Nutzungsmöglichkeiten und stärken die langfristige Entwicklung des Industriestandorts Neuss“, sagt Volker Backs, Geschäftsführer von Speira. 

Die Neuausrichtung des Rheinwerks erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern sowie mit Unterstützung der zuständigen Behörden. Recycling prägt den Standort bereits seit vielen Jahren. Die aktuellen Investitionen markieren einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig kreislauforientierten Ausrichtung des Rheinwerks.