10/9/2026

Meilenstein in der Aluminiumkreislaufwirtschaft

  • 40-Millionen-Euro-Investment im Rheinwerk abgeschlossen
  • Red Bull setzt auf Recyclingaluminium von Speira

Wo früher Primäraluminium produziert wurde, schlägt heute das Herz der Kreislaufwirtschaft: Speira hat im Rheinwerk einen neuen Recyclingofen für Getränkedosen eingeweiht. Den „Buzzer“ für den offiziellen Start der Anlage drückten die nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, die Landrätin des Rhein-Kreises Neuss Katharina Reinhold und der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer zusammen mit der Speira-Mannschaft. Auch Red Bull war dabei: Der Konzern setzt bei seinen Energydrinks auf Dosen aus Recyclingaluminium von Speira und sorgte mit einer BMX-Show für besonderes Spektakel bei der Eröffnungsfeier.

Die neuen Anlagen markieren einen weiteren Meilenstein in der Transformation des Rheinwerks: Rund 40 Millionen Euro investierte Speira in den neuen Ofen mit einer jährlichen Kapazität von etwa 60.000 Tonnen, die Optimierung der dritten von vier Gießanlagen für Recyclinglegierungen sowie die zusätzlichen Lagerflächen für 6.500 Tonnen Dosenschrott, die in den 300 Meter langen Hallen der ehemaligen Aluminiumhütte entstanden sind. Dazu gehören auch großzügige Einrichtungen für die Annahme und die Beprobung der ankommenden Schrotte. Der neue Ofen ist zudem „h2 ready“, also bereit, wenn das Rheinwerk eines Tages ans Wasserstoffnetz angeschlossen wird.

„Eine Industrie, die wertvolle Rohstoffe im Kreislauf hält, ist im Vorteil: sie ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch wettbewerbsfähiger und krisenfester. Speira zeigt, wie es geht: Statt mit viel Energie neues Aluminium herzustellen, setzt das Unternehmen konsequent auf Recycling. CO2-armes Aluminium aus Neuss steckt schon heute in Getränkedosen oder Karosseriebauteilen auf der ganzen Welt. NRW bietet die richtigen Bedingungen, damit zirkuläre Geschäftsmodelle und grüne Technologien erfolgreich sind – so sichern wir Wertschöpfung und Industriejobs für die Zukunft“, so Wirtschaftsministerin Mona Neubaur.

„Europa braucht mehr Kreislaufwirtschaft und weniger Rohstoffverluste. Mit den neuen Anlagen schaffen wir die Voraussetzungen, deutlich mehr Aluminium im Wertstoffkreislauf zu halten und unseren Kunden zusätzliche Mengen an Recyclingaluminium zur Verfügung zu stellen. Das ist gut für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und gut für das Klima“, sagt Einar Glomnes, CEO von Speira. Das Recycling von Aluminium benötigt rund 95 Prozent weniger Energie als die Primärherstellung.

Landrätin Katharina Reinhold betont: „Wir sehen die Eröffnung des neuen Recyclingofens als wichtiges Signal für unseren Industriestandort. Die Investitionen und die Nachfrage nach Recycling-Produkten belegen, dass die Aluminiumwirtschaft auch in Zukunft ein starker Teil der Wirtschaft bei uns im Kreis bleiben wird. Dadurch werden Tausende Industriearbeitsplätze in der hiesigen Aluminiumwirtschaft langfristig gesichert. Zudem vereinen die Investitionen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz und machen damit den Rhein-Kreis Neuss als nachhaltigen Wirtschaftsstandort sichtbar.“

Auch Bürgermeister Reiner Breuer unterstreicht: „Der Ausbau der Recyclingwirtschaft ist eine nachhaltige Investition, die den Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort Neuss weiter stärkt und zukunftsfähig macht. Sekundäraluminium benötigt deutlich weniger Energie und kann damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ich kann Geschäftsführung und Mitarbeitende von Speira zu dieser Entscheidung nur beglückwünschen.“

Der Standort, der über Jahrzehnte von der Primäraluminiumproduktion geprägt wurde, macht so einen großen weiteren Schritt zu einem Zentrum für zirkuläre Aluminiumwirtschaft. Die zusätzlichen Kapazitäten ermöglichen es Speira, deutlich mehr Schrott in hochwertige Aluminiumprodukte zurückzuführen und damit den Einsatz von energieintensiven Primärrohstoffen weiter zu reduzieren. Jede zusätzliche Tonne Recyclingaluminium stärkt nicht nur die Kreislaufwirtschaft, sondern reduziert zugleich Energieverbrauch und CO₂-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.

Speiras Geschäft mit recyceltem Aluminium entwickelt sich für Getränkedosen besonders dynamisch. „Die starke Partnerschaft von Speira und Red Bull beruht auf unserem gemeinsamen Engagement für nachhaltige Business Operations und Kreislaufwirtschaft als Grundlage langfristigen Erfolgs. Zur Eröffnung des neuen Recyclingofens gratulieren wir herzlich und wünschen Speira viel Erfolg mit diesem wegweisenden Projekt für die Zukunft des Aluminiumrecyclings“, erklärte Alexander Kirchmayr, Member of the Board und CFO von Red Bull. Die steigende Nachfrage nach zirkulärem Dosenmaterial ist ein wesentlicher Treibern für den Ausbau der Recyclingkapazitäten im Rheinwerk.

„Vor zehn Jahren haben wir gemeinsam mit unserem Team den Weg eingeschlagen, das Rheinwerk konsequent auf Recycling auszurichten. Mit Abschluss des 40-Millionen-Euro-Investments erreichen wir nun einen entscheidenden Meilenstein dieser Transformation und zeigen, wie Aluminiumproduktion und Kreislaufwirtschaft erfolgreich zusammengeführt werden können“, sagt Boris Kurth, Leiter der Business Unit Can bei Speira.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlagen gewinnt die europäische Wertschöpfungskette zusätzliche Recyclingkapazitäten zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach CO₂-armem Aluminium spürbar wächst. Das Rheinwerk übernimmt dabei – bereits jetzt und zukünftig noch mehr – eine Schlüsselrolle: Hier werden Schrotte gesammelt, analysiert, eingeschmolzen, in unverminderter Qualität weiterverarbeitet und in einen neuen Lebenszyklus gebracht. Mit jedem Ausbau dieser Infrastruktur wächst Europas Fähigkeit, das wichtige Leichtmetall im Kreislauf zu halten, industrielle Wertschöpfung unabhängiger von Rohstoffimporten zu machen und den Verlust von Aluminiumschrotten durch Export in andere Weltregionen zu verhindern.