2/11/2026

Dekarbonisierung und Rohstoffunabhängigkeit auf dem Spiel

  • Aluminiumrecycler kommentiert European Industry Summit und Antwerpener Aufruf
  • Energiepreisniveau und Schrottabwanderung bedrohen Kreislaufwirtschaft

Anlässlich des European Industry Summit und des Antwerpener Aufruf zum Treffen der Staats- und Regierungschefs in Alden Biesen erklärt Einar Glomnes, CEO von Speira:
„Um den strategischen Vorsprung in der Kreislaufwirtschaft zu erhalten und einen Beitrag zur Dekarbonisierung und Rohstoffunabhängigkeit zu leisten, sind sofortige und nachhaltige Schritte in Richtung europäischer Wettbewerbsfähigkeit und zukunftssicherer Planungssicherheit erforderlich. Insbesondere als Aluminiumrecycler können wir mit unseren Verfahren im Vergleich zur Primärproduktion bis zu 95 Prozent der CO2-Emissionen vermeiden, und dank unserer zirkulären Kundenbeziehungen können wir dieses strategisch wichtige Industriemetall als wertvolle Ressource hier im Kreislauf halten. Diese Fähigkeit ist durch hohe Energiepreise und eine Regulatorik, die den Export von Schrott in andere Regionen der Welt nicht wirksam verhindert, ernsthaft gefährdet.“
Auf dem European Industry Summit forderten die Unterzeichner der Antwerpener Erklärung die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen und weitere Kommissare sowie europäische Staats- und Regierungschefs auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, und beklagten das bisherige langsame Tempo der Umsetzung. Die neue Studie von Deloitte, „Antwerp Declaration Monitoring Report“, zeigt, dass bei 83 Prozent der wichtigsten Wettbewerbsindikatoren keine Fortschritte oder sogar Verschlechterungen zu verzeichnen sind. Lesen Sie die Deloitte-Studie.
Speira ist einer der ersten Unterzeichner der Antwerpener Erklärung außerhalb der chemischen Industrie. „Wir haben uns der Erklärung angeschlossen, weil sie den Green Deal und unser Geschäft miteinander verbindet. Wir sind Teil der Lösung und engagieren uns für die Verwirklichung einer funktionierenden Kreislaufwelt. Als industrieller Vorreiter, der den Wandel hin zu Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft gestaltet und treibt, ist es uns wichtig, eng mit der EU und den nationalen Gesetzgebern zusammenzuarbeiten, um europäische Rahmenbedingungen zu schaffen, die die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie erhöhen. Wir glauben an die Transformationskraft in der EU, wenn Rohstoff-, Energie-, Klima- und Industriepolitik integriert gedacht und umgesetzt werden“, kommentierte Glomnes bereits bei der Unterzeichnung im Februar 2024.
In der Erklärung werden die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten, die EU-Kommission und das EU-Parlament aufgefordert, die Industrieagenda in den Mittelpunkt der europäischen Strategieagenda für 2024 bis 2029 zu stellen. Dies bedeutet einen umfassenden Aktionsplan, um wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit strategische Priorität zu geben und die Voraussetzungen für einen „europäischen Business Case“ neuzuschaffen. Der Aktionsplan muss Maßnahmen zur Beseitigung von nicht zusammenpassenden Einzelregularien, widersprüchlichen Zielstellungen, unnötiger Komplexität in der Gesetzgebung und überbordenden Berichtspflichten enthalten.
Lesen Sie den Antwerpener Aufruf zum Treffen der Staats- und Regierungschefs in Alden Biesen.